Dr. Samir TILLAWI Bei uns steht Ihre Gesundheit im Mittelpunkt
Dr. Samir TILLAWIBei uns steht Ihre Gesundheit im Mittelpunkt

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

jeder Führerscheinbesitzer hat einen "Erste Hilfe Kurs" absolviert.

Dieser ist oft schon lange her, sodass eine Notfallsituation bei den

meisten Menschen Unsicherheit und Angstgefühle auslöst.

 

Als Notarzt habe ich oft Situationen erlebt, wo es hilfreich gewesen

wäre, wenn vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der

Reanimation begonnen worden wäre.

Ich halte es für sehr wichtig, dass sich jeder zumindest die Grundkenntnisse der "Ersten Hilfe" in Erinnerung ruft, und hoffe, dass dieser Artikel ein wenig dazu beiträgt, Ängste zu reduzieren.

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen:

Den Notruf 144 wählen, dort bekommen Sie Hilfe und Rettungs-Profis machen sich sofort auf den Weg zu Ihnen.

Ist die Person nicht ansprechbar, atmet aber, drehen Sie sie auf die Seite.

Ist die Person nicht ansprechbar und atmet nicht, so drehen Sie die Person auf den Rücken, legen ihn/sie auf eine harte Unterlage, (Boden - nicht im Bett lassen ) und beginnen mit der Reanimation.

 

Definition der Altersgruppen:

Neugeborene: von Geburt bis Entlassung aus der Geburtenabteilung

Säugling: bis etwa 1 Jahr.

Kind: ab dem 1. Lebensjahr

 

Allgemeines: für Säuglinge, Kinder und Erwachsene : Einheitliches Vorgehen bezüglich Herzmassage und Beatmung: 30:2, d.h. 30 x Herzmassage, 2 x Beatmung (Ausnahme: Neugeborene 3:1, das heißt 3 x Herzmassage, 1 x Beatmung)

 

Bei Erwachsenen:

Rettung rufen:           144

Bewusstloser Patient: auf harte Unterlage legen (Boden - nicht im Bett lassen!!!!!)

Atmung: Fremdkörper aus dem Mund entfernen

               (nur 1 Versuch, sonst rutscht der Fremdkörper tiefer!!!!!)

Kopf überstrecken: in Rückenlage Kopf nach hinten neigen

Beatmung: Es werden 2 Atemstöße in den Mund der Person mit einem normalen

                   Atemvolumen geblasen, gleichzeitig soll die Nase zugehalten werden.

                   Die Beatmung ist effizient, wenn sich der Brustkorb leicht anhebt.

Kreislauf: 30:2, d.h. 30 x Herzmassage, 2 x Beatmung

                 (am Ende des Brustbeines, beim Übergang zum Bauch)

 

Bei Kinder:

werden vor der Alarmierung ( 144 ) 5 Zyklen der Herz/Lungenwiederbelebung durchgeführt, bitte erst danach 144 rufen !

1 Zyklus: besteht aus je30 Herzmassagen und 2 Beatmungen bei Kindern

                 bzw. 3 Herzmassagen und 1 Beatmung bei Neugeborenen

Erst nach erfolgten 5 Zyklen soll die Rettung gerufen werden:   144

Bewusstloser Patient: auf harte Unterlage legen (Boden - nicht im Bett lassen!!!!!)

Atmung: Fremdkörper aus dem Mund entfernen (nur 1 Versuch, sonst rutscht FK tiefer!!!!!)

Kopf überstrecken: in Rückenlage Kopf nach hinten neigen

Ausnahme: Kinder unter 1 Jahr - Kopf nicht überstrecken!!!

Beatmung:Den Kopf des Kindes vorsichtig nach hinten strecken. Das Kinn heben und halten, damit der Mund des Kindes vollständig verschlossen wird.

Sodann den Mund des Helfers über die Nase des Kindes bringen, mit den Lippen ringsum die Nase abdichten (Nase nicht zuhalten!).

Je nach Größe des Kindskopfes können auch die Nase und der Mund des Kindes mit dem Mund des Helfers umschlossen werden.

Falls nicht durch die Nase beatmet werden kann (Verletzungen, Krankheiten), wird die Nase zugehalten und die Luft durch den leicht geöffneten Mund des Kindes eingeblasen.

Es werden 2 Atemstöße in den Mund des Kindes, bzw. bei ganz kleinen Kindern gleichzeitig in Mund und Nase mit einem normalen Atemvolumen geblasen.

Bei ganz kleinen Kindern kann eventuell der Helfer mit seinem Mund, den Mund und die Nase des Kindes gleichzeitig umschließen.

Kreislauf: 30:2, d.h. 30 x Herzmassage, 2 x Beatmung

Druckpunkt beim Säugling: in der Mitte unterhalb der Brustwarzenhöhe, es soll die Herzmassage mit zwei Fingern und zwar mit Zeige- und Mittelfinger einer (!) Hand durchgeführt werden.

Druckpunkt bei der Herzmassage beim Kind: in der Mitte zwischen den Brustwarzen, es kann mit einer oder mit beiden Händen massiert werden, je nach Größe des Kindes.

 

Bei Ertrinkungsnotfällen wird genau gleich wie bei Kindernotfällen vorgegangen:

Das bedeutet, das man gleichermaßen bei Kindern als auch bei Erwachsenen zuerst 5 Zyklen der Herz/Lungenwiederbelebung durchführen soll, bevor man die Rettung unter 144 ruft.

1 Zyklus: besteht aus je30 Herzmassagen und 2 Beatmungen bei Kindern und Erwachsenen

                 bzw. 3 Herzmassagen und 1 Beatmung bei Neugeborenen

 

Unterschiede der Wiederbelebung zwischen Erwachsenen (Erw.) und Kindern (Ki):

1. Erw.: zuerst 144 wählen, Ki.: zuerst 5 Zyklen der Herz/Lungenwiederbelebung, dann 144

2. Bei der Beatmung: Erw.: Kopf überstrecken, Ki.: unter 1 Jahr - Kopf nicht überstrecken

3. Bei der Beatmung:: Erw.: Nase zuhalten, Ki.: Nase nicht zuhalten (Ausnahme: wenn

   Beatmung durch die Nase nicht möglich ist, dann muss die Nase zugehalten werden)

4. Herzmassage: Erw.: am Ende des Brustbeines, beim Übergang zum Bauch

                           Ki.: in der Mitte zwischen den Brustwarzen

                         Säugling: in der Mitte unterhalb der Brustwarzenhöhe

 

Allgemeines:

Jeder Beatmungsstoß soll nur 1 Sekundedauern und eine sichtbare Hebung des Brustkorbes erzeugen .

Beim Atemstoß sieht der Helfer, ob sich der Brustkorb hebt.

Zu starke Beatmungsstöße sollten vermieden werden; die Beatmung ist effizient, wenn sich der Brustkorb leicht anhebt. Wenn es zu keiner Brustkorbhebung kommt, soll der Kopf des Opfers neu positioniert werden. Generell gilt: Immer den Selbstschutz beachten und Beatmungshilfen wie Taschenmaske oder Beatmungstuch einsetzen.

 



 

Liebe Patienten,

Ihre Gesundheit ist sehr wichtig, schauen wir gemeinsam, dass sie uns erhalten bleibt.

 

Für Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Ihr Dr. Samir TILLAWI

(Gemeindearzt)

 

 

Herzlichst Ihr Dr. Samir TILLAWI

(Publikation in den Gemeindezeitungen März 2013)





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