Liebe Patientinnen und Patienten,
heute möchte ich Ihnen einige Informationen über die
so wichtige, und in ihrer Bedeutung oft unterschätzte Wirkung
von regelmäßiger Bewegung geben.
Bewegung ist nicht einfach etwas über das man spricht und dann
wieder vergessen sollte.
Nein, es ist ein Auftrag an uns alle.
Keine Zeit, keine Lust, zu müde! Das sind nur einige Beispiele von
Rechtfertigungen, die man hört, wenn es um das Thema Bewegung geht.
Durch Bewegungsmangel kann eine Dysbalance von Muskelmasse und Fett, außerdem Osteoporose, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes etc. entstehen.
Ferner erhöht ein chronischer Bewegungsmangel bei gleichzeitig schlechtem bzw. ungesundem Lebensstil das Risiko von Dickdarm-, Brust- oder Prostatakarzinom um 30-40%!!!
Bewegungsmangel verursacht erhöhte Entzündungsparametern z.B. CRP.
Dies wirkt auf längere Sicht kanzerogen (krebsfördernd!!!).
Bewegungsmangel ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein aktiver Beitrag um krank zu werden.
Bewegung hat eine sehr starke Auswirkung zur Aufrechterhaltung der Gesundheit (Qualitätsklasse 1a - das hat nicht einmal ein Medikament!!!).
Bewegung hat keine Nebenwirkungen und ist gratis.
Viele Patienten müssen regelmäßig Medikamente zu sich nehmen, welche erst aufgrund der Folgeerscheinungen von Bewegungsmangel notwendig sind.
Viele Patienten haben aber gleichzeitig Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente.
Hier möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass Bewegung keine Nebenwirkungen hat. Manchmal können Schrittzähler als Motivationshilfe unterstützend wirken.
Es geht dabei nicht nur um die übergewichtigen Patienten.
Es geht auch um die schlanke Bevölkerung. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass
übergewichtige Personen, die sich regelmäßig bewegen ein viel geringeres gesundheitliches Risiko aufweisen als schlanke, aber bewegungsarme Personen.
Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein für ein Leben in Gesundheit, denn: Bewegung wirkt auf den ganzen Körper. Nur mit ausreichender Aktivität bleibt die normale Funktion der meisten lebenswichtigen Organe erhalten, bleibt die Energiebilanz im Gleichgewicht und das Körpergewicht im Normalbereich.
Nur so können wir unsere körperliche Leistungsfähigkeit erhalten bzw. verbessern.
Bewegung wirkt den meisten gesundheitlichen Risikofaktoren entgegen, Bewegungsmangel hingegen fördert diese.
Ob wir gesund bleiben, hängt maßgeblich davon ab, ob wir uns ein Leben lang bewegen.
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Die folgende Tabelle zeigt, wie Bewegung oder Bewegungsmangel auf den Körper wirken.
Einfluss von Bewegung auf |
Bewegung |
Bewegungsmangel |
Energieumsatz |
steigt |
sinkt |
Körpergewicht (bei gleichbleibender Kalorienzufuhr) |
nimmt ab |
nimmt zu |
Herz-Kreislauf-System |
wird leistungsfähiger |
wird schwächer |
Ausdauer |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Blutdruck |
sinkt |
steigt |
Fettstoffwechsel |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Gesamtcholesterin |
sinkt |
steigt |
LDL-Cholesterin |
sinkt |
steigt |
HDL-Cholesterin |
steigt |
sinkt |
Triglyceride |
sinken |
steigen |
Zuckerstoffwechsel |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Insulinspiegel |
sinkt |
sinkt nicht |
Blutzuckerspiegel |
sinkt |
sinkt nicht |
Bewegungsapparat |
wird leistungsfähiger |
wird schwächer |
Muskelkraft |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Knochendichte |
nimmt zu |
nimmt ab |
Stützfunktion, Stabilität |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Beweglichkeit, Belastbarkeit der Gelenke |
nimmt zu |
nimmt ab |
Immunabwehr |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Gehirnfunktionen |
verbessern sich |
verschlechtern sich |
Gehirndurchblutung |
verbessert sich |
verschlechtert sich |
Neubildung von Nervenzellen |
wird gefördert |
wird nicht gefördert |
Psyche |
antidepressive Wirkung |
keine antidepressive Wirkung |
Bewegung fördert die Gesundheit
Der Energieumsatz hat einen zentralen Einfluss auf die Gesundheit und die Fitness des gesamten Körpers, die dieser die meisten anderen bekannten Risikofaktoren beeinflusst, z.B. den Körperfettanteil (Bauchumfang), die Knochendichte, die Insulinempfindlichkeit, die Blutfette und den Blutdruck.
Kraft und Ausdauer sind hingegen grundlegende Voraussetzungen für die körperliche Leistungsfähigkeit.
Etwa ab dem 35. Lebensjahr beginnt die Leistungsfähigkeit des Körpers aufgrund natürlicher Alterungsprozesse abzunehmen. Mit zunehmendem Alter steigt daher das Risiko für gesundheitliche
Beeinträchtigungen.
Körperliche Inaktivität verursacht bzw, fördert diese Abbauvorgänge.
Ausreichend Bewegung und gezieltes Training helfen die Risikofaktoren für Erkrankungen zu senken und gesund älter zu werden.
Bewegung senkt das Erkrankungsrisiko
Wie Untersuchungen – unter anderem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – zeigten, senkt Bewegung das Risiko für viele weitverbreitete und häufig chronische Erkrankungen sowie Verletzungen.
Dazu zählen:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Krebs (insbesondere von Darm- und Lungen- sowie Brust- und Prostatakrebs)
Infektionserkrankungen
Hüftfrakturen
Stürze
Abschließend
Bewegung bedeutet Lebensqualität.
Bei den meisten Menschen ist die stärkste Motivation, um körperlich aktiv zu sein, die Freude an der Bewegung selbst. Egal, ob spazieren gehen in der Natur, Gartenarbeit oder Sport – jeder Mensch findet eine Tätigkeit, die ihm Spaß macht.
Bewegung hilft, das Leben zu genießen.
Wenn Ihre Energiebilanz dank körperlicher Aktivität ausgeglichen ist, können Sie sich Ihre Mahlzeiten richtig schmecken lassen.
Viele Menschen sind auch körperlich aktiv, um fit zu sein und sich wohlzufühlen.
Liebe Patienten,
Ihre Gesundheit ist sehr wichtig, schauen wir gemeinsam, dass sie uns erhalten bleibt.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.
Herzlichst Ihr
Dr. Samir TILLAWI (Gemeindearzt)